Die Unterzeile der Piccolo-Heftreihe „Utopische Welt“ sagte eigentlich alles, was man über die Comics der Reihe wissen musste. Die Reihe erschien seit 1986 – und das war auch das Jahr, wo ich Bernhard Maas auf dem Comic Salon in Erlangen kennenlernte. Ich hatte gerade eine recht erfolglose Mappenansicht hinter mir (übrigens am Stand von U-Comix/Schwermetall), lustlos hatte dort Achim Schnurrer durch meine Arbeiten geblättert, während Bernhard Maas zufällig neben mir stand. Er sprach mich gleich an, um mich für „Utopische Welt“ zu rekrutieren. Ich zögerte ein wenig, weil mch das Piccolo-Format zu sehr an Wäscher-Comics erinnerte, die ich ganz schrecklich und altbacken fand.
Schließlich sagte ich aber doch zu: Es gab ein okeyes Honorar und noch einiges drauf, wenn man den Machern auch die Originale überließ. Ausserdem war es eine Möglichkeit, Comics zu zeichnen und das neue Format Begriff ich als Challenge. Mein Einstand war die Story „Flucht“ in Heft 11, weitere Comic erschienen in Nummer 24 („Die Alpträume des Herrn Cohsinus“) und schließlich in der Jubiläumsausgabe 50, die der Anlaß für diesen Blogbeitrag ist.

Utopische Welt #50 aus meiner Belege-Schublade; Titelillustration von Karsten Weyershausen.
In der aktuellen Ausgabe der Sprechblase erscheint der Comic „Geschichten der Nacht“ zum ersten Mal in Farbe – die Piccolos waren natürlich klassisch schwarz-weiss – zusammen mit einem kurzen erläuternden Artikel. Zu der Jubelnummer 50 gab es nämlich eine Kooperation von drei Zeichnern: Karsten Weyershausen, Martin Frei und meinereiner. So entstand ein Episodencomic, zu dem Karsten das Skript schrieb und die Rahmenhandung zeichnete und Martin Frei und ich steuerten kurze Episoden bei, die als Rückblenden erzählt wurden. Ich war jedenfalls sehr stolz, mit diesen beiden fantastischen und auch damals schon recht bekannten deutschen Comicgrößen zusammenarbeiten zu dürfen und finde, dass der Comic auch heute noch recht gut funktioniert und unterhaltsam ist.

Ausschnitt aus dem Original-Comic.

… und hier die farbige Fassung aus der Sprechblase.
Wer also mal schauen will, wie ich so Ende der 80er Jahre gezeichnet habe, (ein wenig davon sieht man schon auf den hier links und rechts geposteten Beispielen) sollte sich die Nummer 253 der Sprechblase nicht entgehen lassen. Die Sprechblase lohnt sich natürlich auch wegen der zahlreichen anderen Artikel und Comics darin. Und irgendwann poste ich hier auch noch mal einen längeren Rückblick darüber, wie ich auch in der Sprechblase Comics (und sogar einen Artikel) veröffentlicht habe – das war allerdings noch zu Hethke-Zeiten.
Wer etwas mehr über „Utopische Welt“ lesen mag, klickt HIER.

Cover der Sprechblase, Ausgabe 253